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Der Stelzenbaum

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Das kleine Dorf Stelzen im westlichen Teil des Vogtlandes gelegen, ist 1279 erstmals urkundlich erwähnt worden. Der Name des Ortes Stelzen rührt von einer Sage her. Als dereinst kriegerische Horden brandschatzend durchs Vogtland zogen, kamen sie auch durch das verlassene Dorf. Nur einen jungen Burschen fanden sie noch vor, der letzte Habseligkeiten aus der Hütte seiner Eltern fortschaffen wollte. Den Kriegern gelang es jedoch nicht, den flinken Jungen zu fangen. Allerdings stießen sie bei ihrer Verfolgungsjagd auf einen alten Mann, der auf einer Waldwiese Schafe hütete. Nun glaubten die Unholde leichtes Spiel zu haben: der alte Mann würde ihnen schon sagen, wo der junge Bursche und die anderen Dorfbewohner sich versteckt hätten. Doch da sollten sie sich irren. Selbst unter der Folter sagte dieser nichts. Schließlich meinten sie nicht anders, dass es jener Jüngling selbst sei, der sich nur in einen alten Mann verwandelt hätte. So wurde der Alte auf eine Anhöhe geschleppt, wo er aufgehängt werden sollte. Umsonst beteuerte dieser, dass er niemals Zauberei betrieben hätte. Zum Zeichen, dass er die Wahrheit redete, stieß der alte Schäfersmann seinen Hirtenstab in die Erde und sprach: "So wahr mein alter Stab, den ich hier in den Boden stoße, binnen drei Tagen grünende Zweige treiben wird, so wahr ist es, dass ihr einen Unschuldigen tötet!" Die Horde spottete jedoch des alten Mannes und brachte ihn schließlich vom Leben zum Tod. Nach drei Tagen grünte aber der Stecken und trieb Äste und Zweige. Auf dieses wundersame Zeichen des Allmächtigen hin bewaffneten sich nun die Dorfbewohner, den Tod ihrer treuen Hirten zu rächen. Entsetzt floh der feige Haufen und ward nie wieder in der Gegend gesehen. Der Baum jedoch, der aus dem Hirtenstab sprießte, erreichte einen besonders mächtigen Wuchs, überschaute von der Höhe weithin das Land und wurde hinfort Stelzenbaum genannt.
Dorf
Berg1

Zeittafel Stelzen - Spielmes

1279 31. August
Stelzen wird erstmals in einer Urkunde erwähnt. Dabei handelt es sich um einen Wagenbauern, der Zinsen an den Deutschen Orden in Plauen zu zahlen hatte. Das Haus des Wagenbauers befand sich wahrscheinlich an der Stelle, wo später das "Sächsische Gasthaus" in Stelzen stand.
1335 06. August
In einer Urkunde des Klosters "Zum Heiligen Kreuz" in Saalburg schenkten Petzold und Konrad von Dobeneck dem Kloster 1,5 Mark Einkünfte aus Naturalzinsen von dem Dreiviertelhof des Otto und dem halben Hof des Heinrich gen. Weis in Stelzen.
1430
Während der Hussitenkriege ziehen die Hussiten auch durch Stelzen. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der Sage vom Stelzenbaum.
1437 1. Dezember
Der Ortsteil Spielmes wird erstmals in einer Urkunde erwähnt Es handelt sich um einen Bauern aus Spielmes, der sich von dem Reuther Gutsherren Röder aus der Erblehnschaft freikaufte
1460 30. Juni
Auf dem Rückzug von Hof bezog der Kurfürst von Sachsen mit großen Gefolge in Spielmes Quartier . Unter anderen waren die kurfürstlichen Räte Hildebrand von Einsiedel, Nickel von Schönberg und die Bürgermeister und Räte der Städte Leipzig, Freiberg, Chemnitz und Dresden zugegen.
1552
Im Thüringischen Staatsarchiv Außenstelle Greiz finden wir im Register der Landpethe- und Klausensteuer erstmal den Namen Caspar Hoffmann als Schultheiß von Stelzen. Mit ihm ist die Sage vom Stelzenbaum in Zusammenhang zu bringen. Seine Nachfahren waren die Besitzer des Grundstücks, auf dem sich der Stelzenbaum befand.
1554
Im Verzeichnis des Klosters "Zum Heiligen Kreuz" finden wir als zinspflichtige Bauern die Namen Albert und Hans Ketzel nach dessen Tod Hans Scholreuther und seit 1555 / 56, den Sohn des Verstorbenen, Erhard Ketzel.
1569
Auf einer Karte des Malers Wolf Meyerpeck ist der Stelzenbaum eingezeichnet
1592
Im Verzeichnis der Türkensteuer finden wir den Namen Hans Hofmann als Schultheiß von Stelzen
1595 / 1596
Bei den reußischen Landesteilungen kommen die Ortschaften Stelzen und Spielmes zur jüngeren Linie Saalburg
1598 / 1599
Tobias Reibold wird erster Lehrer von Stelzen und Spielmes.
1627
Georg Michaelis, der Sohn eines Stelzener Bauern, wird Pfarrer in Reuth. Er beginnt im gleichen Jahr mit der Einführung von Kirchenbüchern; in ihnen werden Geburten, Taufen, Trauungen und Sterbefälle aufgeschrieben. Durch seine Initiative wurde in Stelzen eine Kirche gebaut.
1631
Die Kapelle auf der Stelzenhöhe ist bei kriegerischen Handlungen abgebrannt und wurde nicht wieder aufegbaut.
1633 12. Oktober
In Oberkoskau wurden von 10 Soldaten (von welchen Truppen ist nicht bekannt) etliche Pferde und sehr viele Rinder aus den Ställen gezogen und nach Stelzen abgeführt. Mehrere junge Leute eilten dahin, in der Hoffnung, einiges von dem Geraubten wieder zu erbeuten, wo dann im Handgemenge 7 derselben das Leben verloren.
1647
In den reußischen Landesteilungen wird eine Kirche zu Stelzen erwähnt. In Stelzen war also eine Kirche gebaut worden, mitten im Dorf, an der Stelle, wo sich auch die jetzige Kirche befindet.
1660 Oktober
Durchzug Mecklenburgischer Truppen unter Feldmarschall Montecu durch Stelzen und Spielmes.
1663 16. Oktober
Lt. Kirchenbuch wird zur Beerdigung von Eva Nicol Marckarth aus Spielmes die neue Kirchenglocke zum ersten mal geläutet
1665
Mit Sixtus Deschner wird erstmalig in Stelzen ein Hufschmied in den Kirchenbüchern erwähnt.
1666
Nach dem Aussterben der Linie Saalburg kommt Stelzen zu Schleiz, Spielmes kommt zu Lobenstein.
1671 8. September
Erster großer Kirchenraub in Stelzen.
1672
In den Kirchenbüchern tritt mit Caspar Jacob erstmals ein Zimmermeister in Erscheinung.
1673
Mit Thomas Zehe wird ein Maurermeister in den Kirchenbüchern erwähnt.
1722
erneuter Kirchraub in Stelzen
1742
Im österreichischen Erfolgekrieg erhalten Stelzen und Spielmes militärische Einquartierung. Stelzen wird Standort des Stabes mit Oberst Bestenborstel und 52 Mann mit Pferden. Spielmes 19 Mann und 3 Pferde. Die Einquartierung daerte fast 9 Monate, die Gemeinden hatten für die Verpflegung der Einquartierung zu sorgen.
1746
In Stelzen werden erstmals Kartoffeln angebaut.
1748
Kartoffelanbau auch in Spielmes.
1796
In Stelzen wird das erste Schulhaus errichtet. Es steht unmittelbar neben dem "Gasthof zum Löwen".
1803
In Spielmes wird der erste Bienestand erwähnt.
1803 - 1806
In Stelzen wird eine neue Kirche an die Stelle der bisherigen Kirche gebaut.
1812
Durchzug Napoleonischer Truppen durch Stelzen und Spielmes.
1822
Der Ort Spielmes wird in Stelzen eingeschult.
1833
Die Kirche von Stelzen, die bisher zu Sachsen gehörte, wird mit der Bedingung, dass sie weiterhin Filialkirche von Reuth bleiben soll, an das Fürstentum Reuß - Schleiz abgetreten. 1848 26. Oktober
In Stelzen brenne 4 Bauernhäuser und ein Kleinhaus samt Scheunen und Ernten ab.
1848 8. November
Eröffnung der Eisenbahnlinie Plauen - Hof.
1849
In Stelzen wird gebaut.
1853 26. August
Es kommt zur größten Brandkatastrophe in Stelzen. 8 Bauernhäuser und 4 Kleinhäuser werden Raub der Flammen.
1853 5. Oktober
Bei einer Feuersbrunst brennen erneut 3 Bauernhöfe ab.
1860
In Spielmes brennen ein Bauernhaus und ein Kleinhaus ab.
1864
Umfangreiche Reparaturarbeiten an der Stelzener Kirche.
1866
In Stelzen wird ein neues Schulhaus gebaut.
1868 21. Juni
In Stelzen brennen 4 Häuser ab.
1871
Vor dem Friedhof in Stelzen wird eine Friedenseiche gepflanzt.
1883
Gründung eines Militärvereins in Stelzen.
1890
Karl Wolfram errichtet auf dem Gelände das jetzigen Wohnheimes Stelzen des Michaelisstiftes Gefell ein Sägewerk mit Lokomobilantrieb.
1891 5. Januar
In Stelzen brennt eine Scheune ab (Heinrich Scheibe).
1891
Die Gemeinde Stelzen hat eine Feuerspritze von der Firma Julius Roth in Greiz gekauft.
1894
Der Schmiedemeister Paul Bachmann eröffnet in Stelzen eine Schmiedewerkstatt.
1895 (ca.)
Das Wolframsche Dampfsägewerk muss Konkurs anmelden. Der Stellmacher Wilhelm Heinrich Sänger erwirbt die Konkursmasse und errichtet in dem vorhanden Gebäuden eine Stellmacherei in der Zeitweise bis zu 7 Gesellen arbeiten.
1896 17. Oktober
Großfeuer in Stelzen, es brennen 3 Häuser ab.
1897 19. März
Bei orkanartigen Stürmen im Vogtland wird auch die Krone des alterwürdigen Stelzenbaumes abgebrochen
1898
Der Vogtländische Touristenverein pflanzt auf der Stelzenhöhe in der Nähe des ehemaligen Stelzenbaumes einen Abkömmling vom Stelzenbaum. Der Tobertitzer Natur- und Heimatfreund Gottsmann hatte ihn aus Sämlingen gezogen.
1900 (ca.)
Der Aussichtsturm auf der Stelzenhöhe wird wegen Baufälligkeit abgerissen. Dieser Turm war früher ein Signalturm des preußischen Generalstabes.
1905 25. September
In Stelzen wird von der Firma Müller & Wolfram ein neues Schulhaus mit einem Kostenaufwand von 21500 RM erstellt und feierlich eingeweiht. Ortslehrer war zu dieser Zeit Kantor Otto Walther und Bürgermeister Gustav Scheibe.
1905
Die Witwe des Stellmachers Sänger, der im Jahr 1899 verstorben war, verkauft ihr Anwesen an den damaligen Hauptmann im Königlich Sächsischen Leibgrenadierregiement in Dresden, Herrn Curt von Dambrowski und seinem Schwager Hans- Karl von Waldenfels für 13000 RM. Von Domnrowski war später Oberst dieses Regiments, erster Flügeladjutant und Kammerherr dieses des damaligen Königs Friedrich August III. von Sachsen. Der König war in Stelzen wiederholt sein Gast. Dieses Haus wurde auch zeitweise vom Schwiegervater des Oberst von Dambrowski, dem Freiherrn Ernst von Waldenfels, bewohnt.
1905
Der Fleischer und Gastwirt Franz Güther eröffnet in Stelzen eine Fleischerei.
1910
Der Plauener Fabrikant Herrmann Waldenfels, der in Stelzen viel Grundbesitz erworben hat, errichtet ein Forsthaus in der langen Tanne in Stelzen.
1911
In Stelzen und Spielmes werden die ersten Telefone installiert, in Stelzen im Sächsischen Gasthof und in Spielmes im Gasthof Krug.
1911
Stelzen und Spielmes erhalten Elektroenergie. Damit gibt es in Stelzen und Spielmes elektrisches Licht und elektrische Motoren in der Landwirtschaft.
1911
Oskar Güther eröffnet im Klassenzimmer der ehemaligen Schule eine Stickerrei.
1913
In seiner ehemaligen Tischlerei betreibt Ferdinand Eckner eine Stickerei.
1914 - 1918
Im ersten Weltkrieg verlieren 15 Soldaten aus Stelzen und Spielmes ihr Leben
1923 29. November
Das zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten von Stelzen und Spielmes errichtete Kriegerdenkmal wird eingeweiht. Die Fest- und Weihrede wird vom Oberst a. D. Curt von Dambrowski gehalten. Außerdem erfolgen Ansprachen durch den Bürgermeister Gustav Scheibe, den Vorsitzenden des Militärvereins Paul Bachmann und den Vorsitzenden des Jugendvereins Alfred Metzner. Anschließend fand ein Gottesdienst mit Pfarrer Günther aus Reuth statt.
1924
Franz Güther kauft in Stelzen das erste Automobil, einen Apollo 9/30. Sein Sohn Enno erwarb zu dieser Zeit als erster Stelzener den Führerschein.
1925
Enno Güther kauft in Stelzen das erste Motorrad, eine NSU und nimmt in diesem Jahr an der Reußenrundfahrt für Automobile mit dem Automobil seines Vaters teil. Beifahrer waren Enno Scheibe und Heinz Michalk.
1925
Der Oberst von Dambrowski verkauft sein Anwesen für 70000 RM zuzüglich einer Vermittlungsprovision von 1400 RM an den Landkreis Greiz. Dieser richtet hier ein Kindererholungsheim ein. Mit einem Baukostenaufwand von 44000 RM wurde es erweitert. Bereits am 17. Juni 1925 wurde mit dem Kurbetrieb begonnen. Die ärztliche Betreuung lag in den Händen von Herrn Dr. med. Peterson aus Tanna. Die Kosten des Aufenthaltes bei einem Pflegesatz von 1,20 RM täglich trugen die Wohlfahrtsämter der Städte, bzw. Kreise, in denen die Kinder beheimatet waren.
1928 1. April
Im Staatsvertrag zwischen dem Freistaat Sachsen und dem Land Thüringen vom 7. Dezember 1927 kommt es zu einem Gebietsaustausch. Davon waren auch die Gemeinden Stelzen und Spielmes betroffen. Das "Sächsische Gasthaus" in Stelzen, bisher sächsisch und Ortsteil von Reuth, kommt zum Land Thüringen. Das reußische Haus in Reinhardswalde, bisher Ortsteil von Spielmes, kommt zum Freistaat Sachsen.
1928
Auf der Stelzenhöhe werden Steinwerkzeuge, Schaber und Faustkeile gefunden. Durch den damaligen Lehrer Otto Michalk gab es darüber eine Notiz in den Heimatblättern "Oberland". Das Alter dieser Werkzeuge schätzen Forscher auf ca. 7000 Jahre. Diese Werkzeuge erhielt dann das Heimatmuseum in Schleiz (Schloß), wo sie 1945 durch einen Bombenangriff verloren gegangen sind.
1928 3. September
In Plauen wird ein Milchhof nach einjähriger Bauzeit eröffnet. Die Bauern von Stelzen und Spielmes liefern jetzt ihre Milch an diesen Milchhof, und in beiden Dörfern werden Milchsammelstellen mit Kühlvorrichtungen eingerichtet.
1931 5. Januar
In Spielmes wird ein leichtes Erdbeben registriert.
1931 1. Dezember
Das bisherige Kinderheim wird in ein Pflegeheim für Erwachsene umgewandelt. Eigentümer bleibt weiterhin der Landkreis Greiz.
1933 5. Januar
In Spielmes brennt das Anwesen des Landwirtes Albin Haller ab.
1933 16. Juli
Der Krieger- und Militärverein von Stelzen - Spielmes begeht sein 50 jähriges Jubiläum mit einem großen Fest in Stelzen. Der Schmiedemeister Paul Bachmann ist seit 25 Jahren der Vorsitzende dieses Vereins.
1933
In Stelzen werden die Dorfteiche ausbetoniert.
1934 1. Mai
Großfeuer durch Blitzschlag in Stelzen. Es brennen die Scheune von Ernst Militzer und das gesamte Anwesen des Landwirt Michaelis ab.
1934
Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung wird die Ortskanalisierung durchgeführt.
1938 10. März
Auf dem Schönberger Bahnhof verunglückt der Stelzener Eisenbahner Alfred Herrmann bei Rangierarbeiten tödlich. Er war 35 Jahre alt. Unter großer Anteilnahme wird er auf dem Friedhof Stelzen beigesetzt.
1942 17. September
Großbrand in Spielmes bei Max Eisenschmidt und Emil Heller. Die Ursache war Kinderbrandstiftung.
1945 16. April
Durchzug amerikanischer Truppen durch Stelzen und Spielmes. Durch den Bürgermeister Paul Sippel wird durch das Hissen einer weißen Flagge auf dem Kirchturm die Zerstörung von Stelzen verhindert.
1945 1. Juli
Stelzen und Spielmes kommen zur sowjetischen Besatzungszone.
1945 Oktber
Walter Conradi und Otto Michalk von Stelzen, sowie Otto Däumer aus Spielmes kommen in das KZ Buchenwald.
1945 Oktober
Durchführung der Bodenreform in Stelzen. Der gesamte Besitz des Plauener Fabrikanten Herrmann Waldenfels in Stelzen wird enteignet.
1945 / 46
Stelzen und Spielmes erhalten starken Zuwachs durch Umsiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
1946
Karl Heinz Kohl wird Lehrer und Schulleiter in Stelzen. Er interessiert sich sehr für die Geschichte des Ortes und beginnt eine Ortschronik zu erstellen.
1947 9. Mai
In Spielmes brennt durch Blitzschlag die Scheune von Paul Eisenschmidt ab.
1948 6. Juni
Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Stelzen erhält eine Motorspritze. Aus diesen Anlass findet in Stelzen ein großes Feuerwehrfest statt, in dessen Rahmen erfolgte die Gründung des Feuerwehr - Zweck - Verbandes Tanna.
1949 7. Oktober
Aus der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone, zu der auch die Gemeinden Stelzen und Spielmes gehören, wird die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
1951 1. Januar
Durch eine Gebietsreform wird Spielmes ein Ortsteil von Stelzen.
1951
Bau eines Sportplatzes, in der Nähe des Forsthauses. Dazu wird der Wald gerodet. Auf diesem Sportplatz nimmt die SG Unterkoskau - Stelzen den Spielbetrieb im Fußball auf. Der damalige Schmiedemeister Kurt Bachmann gilt als einer der Hauptinitiatoren des Sportplatzbaues.
1952 1. Februar
Das Pflegeheim des Landkreises Greiz in Stelzen wird in Regie des Landkreises Schleiz überführt.
1952
Der Ortsteil Spielmes wird zum Grenzgebiet erklärt, und die Familie Paul Haller in Spielmes wird ausgesiedelt.
1953
In Stelzen wird der "Sächsische Gasthof" geschlossen.
1955 30. August
Durch Blitzschlag brennt bei Walter Junghans in Spielmes die Scheune ab.
1956
Die Familie Franz Wolf kauft in Stelzen den ersten Fernsehapparat.
1957
In Spielmes wird die erste LPG gegründet.
1957
Auf dem Sportplatz in Stelzen wird eine Umkleidekabine gebaut.
1958
In Stelzen wird mit Franz Patsch und Johannes Frank die erste LPG gegündet.
1958 1. August
In Stelzen, Spielmes und Umgebung kommt es zu orkanartigen Stürmen, die zu großen Schäden, besonders in den Wäldern, führen. Forstarbeiter aus dem Bezirk Magdeburg helfen bei den Aufräumungsarbeiten.
1959
Die bisherigen Schüler der Stelzener Schule der Klassen 5 - 8 besuchen jetzt die Schule in Reuth.
1960
Auf der Stelzenhöhe wird eine Garnission der sowjetischen Armee mit einer Radarstation errichtet.
1960 April
Alle Bauern von Stelzen und Spielmes, bis auf Walter Sammler Stelzen, werden Mitglieder der LPG in Stelzen bzw. Spielmes.
1960
Im Pflegeheim in Stelzen werden die Arbeitstherapie und eine Wäscherei unter Heimleiter Horst Franke errichtet.
1960
In der Stelzener Kirche werden umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Die obere Empore wird entfernt, und die Kirche erhält einen Elektroanschluss.
1960
In Stelzen und Spielmes werden Verkaufstellen der Konsumgenossenschaft eingerichtet; in Stelzen im Haus Nr. 21 bei Arno Schilling und in Spielmes im ehemaligen Gasthaus Krug. 1961
Im Pflegeheim wird das erste Gewächshaus der Gärtnerei gebaut. Damit beginnt die gärtnerische Tätigkeit im Pflegeheim.
1961 28. November
In Spielmes brennt bei Walter Junghans erneut die Scheune ab. Die genaue Brandursache wurde nicht geklärt.
1962
Beginn umfangreicher Meliortionsarbeiten in Stelzen und Spielmes.
1966
Die Schule in Stelzen wird geschlossen. Auch die Kinder der Klassen 1 bis 4 von Stelzen und Spielmes besuchen jetzt die Polytechnische Oberschule in Reuth. Brigitte Müller war die letzte Lehrerin in Stelzen.
1967
Die Ortsverbindung von Stelzen nach Oberkoskau wird erneuert.
1969 20. Dezember
In Stelzen kommt es zu einem Großbrand. Die Bäckerei Kurt Penzel brennt vollständig ab. Während der Löscharbeiten wurden Temperaturen bis zu -26° C gemessen. Dadurch wurden die Löscharbeiten erschwert. Ursache war die Entzündung von abgelagerten Ruß im Schornstein.
1973
Die LPG "Stelzenbaum" in Stelzen und die LPG "Goldbachtal" in Spielmes werden Mitglied der Kooperationsgemeinschaf "Oberland".
1974
In Stelzen wird der Dorfplatz asphaltiert.
1978 - 1979
Stelzen erhält eine zentrale Wasserleitung.
1979 6. Oktober
Auf dem Dorfplatz in Stelzen, neben dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges, wird aus Anlass des 700 - jährigen Bestehens der Gemeinde Stelzen ein Abkömmling vom Abkömmling des Stelzenbaumes gepflanzt. Dieser wurde von Natur- und Heimatfreund Herbert Descher gezogen.
1982
Spielmes erhält eine zentrale Wasserleitung.
1983 29. April
Karl- Heinz Descher verunglückt in der Ausübung seines Dienstes bei der NVA in der Nähe von Berlin tödlich. Nach einer Trauerfeier in Schleiz wird die Urne auf dem Friedhof in Stelzen beigestetz.
1986 30. Januar
Im oberen Stock der Männerstation des Pflegeheimes bricht ein Brand aus. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte der Schaden auf ein Minimum begrenzt werden.
1986 26. Juni
Dachstuhlbrand bei Willi Bero in Stelzen. Durch das schelle und umsichtige Handeln der Feuerwehr konnte das Haus gerettet werden.
1987
Beginn der Bauarbeiten zur Rekonstruktion der Wäscherei des Pflegeheimes Stelzen.
1987
Renovierung der Kirche in Stelzen. Zur Kirmes findet die Einweihung statt.
1988 1. Februar
Der Meister für das KFZ - Elektrik Handwerk, Hartmut Glück, eröffnet eine Reparaturwerkstatt.
1989 9. November
Dies ist für ganz Deutschland ein historischer Tag. Die Grenze zwischen der bisherigen DDR und der BRD werden geöffnet.
1990 18. März
Zum ersten Mal finden freie Wahlen zur obersten Volksvertretung in der DDR statt.
1990 6. Mai
Bei den freien Wahlen zur Gemeindevertretung von Stelzen und Spielmes wird Ute Schmidt zur Bürgermeisterin von Stelzen und Spielmes gewählt. Hans Frank wird stellvertretener Bürgermeister.
1990 1. Juni
Matthias Glück eröffnet in Stelzen ein Geschäft für Elektroinstallation.
1990 23. Juni
Der ehemalige Stelzener Lehrer und Schulleiter Karl- Heinz Kohl besucht nach 33 Jahren erstmals wieder Stelzen. Ihm zu Ehren findet im Gasthaus Zeh ein Treffen mit seinen ehemaligen Schülern statt.
1990 3. Oktober
Anschluss der bisherigen DDR an die BRD. Damit hört die DDR als selbstständiger Staat auf zu existieren.
1992 Oktober
Gemeindevertreterversammlung im Saal der Gaststätte Zeh zur Beratung über eine Vorlage des Unternehmens WABIO ALTERNATIVENERGIE und SENIORENHOTEL "Stelzen" GmbH & Co.KG. Es kommt zu kontroversen Diskussionen, und das Projekt wird von der Mehrheit abgelehnt.
1993 17. - 19. Juni
Auf Initiative von Henry Schneider, Mitglied des Leipziger Gewandhausesorchesters, finden in Stelzen die ersten Stelzenfestspiele statt. Festspielorte sind Kirche Dorfplatz, Festspielscheune ( ehemals Feldscheune der LPG) und die Walbühne, der ehemalige Sportplatz. Zum Abschlusskonzert des "Stelzenfestspielorchesters" treten ca. 60 Musiker des Leipziger Gewandhausorchesters auf. Es war sehr schönes Wetter die Veranstaltung war insgesamt ein Erfolg.
1993 10. Oktober
Im "Gasthof zum Löwen" wird der "Stelzenfestspielverein bei Reuth e.V" gegründet. Es tragen sich 17 Gründungsmitglieder ein. Zum Vorsitzenden wird Henry Schneider gewählt. Stellvertreter werden Jens Bölter und Roderick MacDonalt (USA). Herbert Descher wird zum Schatzmeister gewählt.
1993 16. Oktober
Die Familie Schlestein eröffnet im Haus Nr. 10 eine Wäscherei.
1994 21. März
In der Scheune von Franz Patsch kommt es durch Kinderhand zu einem Enstehungsbrand. Durch das umsichtige Handeln der FFW Stelzen konnte größerer Schaden verhindert werden. die alarmierten auswärtigen Feuerwehren brauchten nicht mehr eingzureifen.
1994 19. April
Bei Familie Roland Sippel wird im Haus Nr. 6 durch dessen Ehefrau Angela, eine Konditormeisterin, eine Konditorei eröffnet.
1994 21. April
Auf einer Gemeinderatssitzung wird der Wechsel vom Gemeindeverband Gefell zum Gemeindeverband Tanna beschlossen.
1994 Sommer
Das ehemalige Milchhaus mit Kühlanlage wird umgebaut zu einem Gerätehaus der freiwillige Feuerwehr Stelzen. Die Bauarbeiten werden von ABM - Kräften der Gemeinde Stelzen durchgeführt.
1994 Sept./Okt.
Der Dorfplatz vor dem "Gasthaus zum Löwen" erhält eine neue Asphaltdecke.
1994 September
Beginn der Bauarbeiten zur Neudeckung des Kirchendaches. Der Dachstuhl ist durch das undichte Dach so geschädigt, daß auch Zimmermannsarbeiten notwendig sind, um das Dach zu decken.
1994 29. November
Eine Diebesbande (vermutlich Ungarn) verschaffen sich Zutritt zur Wohnung von Erwin Fritsche (Hausnummer 19), einem 81 jährigen Rentner und ehemaligen Schumacher. Er konnte jedoch verhindern, dass er ausgeraubt wurde. Wenig später dringen sie in die Wohnung des schwerstbehinderten Adolf Meyer ( ehemalige Gemeindehaus ) ein und erbeuten 500 DM.
1994 12. Dezember
Auf dem Weg nach Tanna verunglückt der 59 jährige Walter Müller aus Stelzen als Fußgänger tödlich.
1995 23. März
Die Gemeinde Stelzen erhält von der Stadt Zwenkau ein gebrauchtes Feuerwehrauto vom Typ LO 3000. Es wird im neuerbauten Spritzenhaus auf dem Dorfplatz untergebracht.
1995 7. Mai
Einweihung des restaurierten Kriegerdenkmals, auf dem jetzt auch die Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges angebracht sind. Nach einer Andacht in der Kirche spricht die Bürgermeisterin vor dem Denkmal. Anschließend hält Karl Frank, ein gebürdiger Stelzener, der selbst Kriegsteilnehmer war, die Weihrede. Es ist sehr schönes Wetter und man sitzt noch lange zusammen auf dem Dorfplatz.
1995 13. Mai
Einweihung des Fitnesscenters in Spielmes.
1996 Februar/ März
Abriss des Gemeindehauses in Stelzen.
1996 Mai
Die Wäscherei Schlestein in Stelzen Nr. 10 wird geschlossen.
1996
Es werden folgende Gebäude errichtet:
Die Fam. Sven Güther errichtet im Garten seiner Eltern ein Wohnhaus. Die Familie Oliver Müller errichtet auf einem Grundstück von Bernhard Zeh ( Schwiegereltern ) am Ortsausgang in Richtung Unterkoskau ebenfalls ein Eigenheim. Am Wohnhaus der Fam. Reinhold Kessler wird ein Umfangreicher Anbau errichtet.
1996 28. - 30. Juni
Durchführung der 4. Stelzenfestspiele.
1996 15. September
Großübung der Feuerwehren des Kreisbrandbereiches Tanna am Objekt des Michaelisstiftes in Stelzen. Es wird ein Schwelbrand im Obergeschoss simuliert. Vom ehemaligen Bahnteich wird eine Langewegestrecke aufgebaut. An dieser Übung sind die Feuerwehren von Stelzen, Unterkoskau, Tanna, Reuth und Schleiz beteiligt.
1997 1. Januar
Durch eine Gebietsreform wird Stelzen und Spielmes Ortsteil von Tanna.
1997 1. April
Die Lebensmittelverkaufstelle von Karl Burghardt in der ehemaligen Stelzener Schule wird geschlossen.
1997 6. April
Aufgrund der Bildung der Einheitsgemeinde Tanna, zu der auch Stelzen und Spielmes gehören, finden Wahlen zum Stadtrat und dem neuen Bürgermeister statt. Von Stelzen werden Ute Schmidt und Matthias Glück für den neuen Stadtrat gewählt. Als Kandidat für das Bürgermeisteramt kann sich Ute Schmidt nicht durchsetzen. Sie bleibt aber weiterhin Ortschaftsbürgermeister von Stelzen.
1997 20. April
Bei einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt wird Friedrich Schütz aus Tanna zum Bürgermeister der Einheitsgemeinde Tanna gewählt und ist damit auch Bürgermeister für Stelzen und Spielmes.
1997 Juli
Baubeginn für ein neues Wohnheim im Michaelisstift Stelzen.
1997 7. November
Richtfest für die neuen Wohngebäude im Michaelisstift in Stelzen. In diese beiden Gebäude werden nach deren Fertigstellung 48 neue Bewohner einziehen. Damit verbessern sich die Wohnverhältnisse der insgesamt 95 Heimbewohner entscheidend. Durch diesen Neubau erhält der Michaelisstift keine neuen Heimbewohner.
1998 April
Nach 40 Jahren verlässt die Familie Weinhardt Stelzen. Fritz Weinhardt war über 20 Jahren Bürgermeister von Stelzen.
Jürgen Heller (Haus-Nr. 40) reißt die Scheune und das Stallgebäude ab, um es neu aufzubauen. Im September ist der Rohbau fertig.
1998 10. bis 12. Juli
In Stelzen finden die 6. Stelzenfestspiele statt. Leider lässt das Wetter sehr zu wünschen übrig. Am Freitag gibt es wieder eine Landmaschinensinfonie. Trotz des ungünstigen Wetters sind alle Veranstaltungen gut besucht. Als das Dorffest beginnen sollte, gab es wolkenbruchartige Regenschauer.
1998 11. Juli
Während der Stelzenfestspiele werden in der Stelzener Dorfkirche Alexandra Müller aus Leipzig und John Roderick Mac Donalt aus Boston getraut. Die Kirche ist voll besetzt. Nach der Trauung ist das gesamte Dorf zur Hochzeitsfeier auf der Waldbühne eingeladen.
1998 August/ September
Durch ABM - Kräfte des Arbeitsamtes wird die Entwässerung der Kirche erneuert. Dabei wird auch die gesamte Dachrinnenentwässerung mit eingebunden.
1998 6. September
Der Landrat des Saale - Orla Kreises Peter Stephan überreicht dem Kirchenvorstand im Rahmen eines Gottesdienstes einen Scheck in Höhe von 10000 DM zur Erneuerung des Innenausbaus des Kirchenturms.
1998 Oktober / November
Die Holzbalken im Inneren des Kirchturmes werden ausgewechselt. Danach können die Glocken wieder geläutet werden.

luft

Das Dorf Stelzen in einem Bildband mit ca. 80 S/W Porträts ... [mehr]